Verlustvortrag-Rechner 2026
Verlustverrechnung §10d EStG
Foto: Kelly Sikkema auf Unsplash
Ein steuerlicher Verlust kann nicht nur mit Gewinnen desselben Jahres verrechnet werden, sondern auch als Verlustvortrag in zukünftige Jahre übertragen werden — dies mindert die Steuerlast in Gewinnjahren und ist besonders für Unternehmen mit schwankenden Ergebnissen relevant.
Bei sehr hohen Gewinnen in einem Jahr greift die sogenannte Mindestbesteuerung: Verlustvorträge können den Gewinn nicht beliebig auf null reduzieren, sondern nur bis zu einem bestimmten Sockelbetrag vollständig, darüber hinaus nur anteilig.
📊 Rechenbeispiel: 20.000 EUR Verlustvortrag, 50.000 EUR Einkommen
Verlustrücktrag vs. Verlustvortrag
Beim Verlustrücktrag wird ein Verlust rückwirkend mit dem Gewinn des Vorjahres verrechnet (bis zu einer Höchstgrenze), was zu einer Steuererstattung führen kann. Beim Verlustvortrag wird der Verlust in zukünftige Jahre übertragen und mindert dort spätere Steuerlast — dies ist zeitlich unbegrenzt möglich.
Die Mindestbesteuerung
Gewinne bis 1 Million Euro können vollständig mit Verlustvorträgen verrechnet werden. Oberhalb dieser Grenze ist nur noch eine 60%-Verrechnung des übersteigenden Betrags möglich — die restlichen 40% unterliegen trotz vorhandenem Verlustvortrag der Besteuerung.
⚠️ Häufige Fehler
🔍 Sonderfälle
Verlustvortrag bei Unternehmensverkauf: Bei einem Anteilseignerwechsel können bestehende Verlustvorträge unter bestimmten Umständen (teilweise) untergehen.
Verschiedene Einkunftsarten: Verluste aus bestimmten Einkunftsarten (z.B. Kapitalvermögen) können nur eingeschränkt mit anderen Einkunftsarten verrechnet werden.
🏛️ Zuständige Behörden
§10d EStG
🔗 Verwandte Rechner
Häufige Fragen
Was ist der Verlustvortrag?
Verluste aus Vorjahren können in Folgejahren steuermindernd abgezogen werden. Unbegrenzt zeitlich vortragbar. Max. pro Jahr: 1 Mio. EUR voll, darüber 60% (Mindestbesteuerung).
Was ist die Mindestbesteuerung?
Bei sehr hohen Verlustvortragen: Max. 1 Mio. EUR + 60% des Mehreinkommens abziehbar pro Jahr. Verhindert vollstaendige Steuerbefreiung. Rest bleibt als Vortrag ins Folgejahr.
Kann ich Kapitalverluste vortragen?
Nur mit Kapitalgewinnen verrechenbar (Aktienverluste nur mit Aktiengewinnen). Nicht mit normalem Einkommen verrechenbar. Gesonderte Verlustverrechnungstopf-Berechnung durch Depotbank.
Wie beantrage ich den Verlustvortrag?
Automatisch in der Steuererklarung (Anlage G, N, V, KAP). Verlustfeststellungsbescheid vom Finanzamt beantragen (separater Bescheid). Wird jedes Jahr fortgeschrieben. Beim Umzug in anderen Bezirk mitnehmen.
Wie lange kann ich einen Verlustvortrag nutzen?
Der Verlustvortrag ist zeitlich unbegrenzt nutzbar — er kann so lange in zukünftige Jahre vorgetragen werden, bis er vollständig mit Gewinnen verrechnet wurde. Bei sehr hohen jährlichen Gewinnen (über 1 Million Euro) greift jedoch die Mindestbesteuerung, die eine vollständige Verrechnung in einem einzelnen Jahr einschränken kann.