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📅 Aktualisiert: August 2026

Prozesskostenhilfe-Rechner 2026

PKH Anspruch

Unterlagen zur Prozesskostenhilfe-Beantragung

Foto: Kelly Sikkema auf Unsplash

Prozesskostenhilfe (PKH) übernimmt bei geringem Einkommen ganz oder teilweise die Kosten eines Gerichtsverfahrens (Gerichts- und eigene Anwaltskosten) — anders als Beratungshilfe, die nur außergerichtliche Beratung abdeckt.

Voraussetzung ist neben der Bedürftigkeit auch eine hinreichende Erfolgsaussicht der beabsichtigten Rechtsverfolgung — das Gericht prüft vorab, ob die Klage oder Verteidigung überhaupt aussichtsreich erscheint.

📋 Rechtliche Grundlage: §114 ff. ZPO (Prozesskostenhilfe). Voraussetzungen: Bedürftigkeit und hinreichende Erfolgsaussicht der Rechtsverfolgung.
PKH-Status
Monatliche Rate
Staatliche Deckung
Antragsweg
Beim Gericht
Nettoeinkommen
Freibetrag
Einsetzbares Einkommen
PKH-Gewährung
Monatliche Rate (48 Mon.)
Prozesskosten gesamt
🛡️ Zuletzt aktualisiert: 11. August 2026
Geprüft nach: §114 ff. ZPO
Was der Rechner berücksichtigt: Grundprinzip der Einkommens- und Erfolgsaussichtsprüfung
Was der Rechner nicht berücksichtigt: Exakte Ratenzahlungsberechnung bei teilweiser Bedürftigkeit, individuelle Erfolgsaussichtsbewertung im Einzelfall

📊 Rechenbeispiel: 1.400 € netto · alleinstehend · 5.000 € Streitwert

Freibetrag
ca. 1.400 €
Einsetzbares Eink.
ca. 0 €
PKH
Kostenfrei gewährt
Gerichtskosten
534 € (Staat zahlt)
Anwaltskosten
ca. 490 € (Staat zahlt)
Rate
0 €/Mon. (kein einsetzbares Einkom.)

Vollständige vs. ratenweise Prozesskostenhilfe

Bei sehr geringem Einkommen wird PKH ohne Ratenzahlung bewilligt. Bei etwas höherem, aber immer noch begrenztem Einkommen kann eine ratenweise Rückzahlung über bis zu 48 Monate angeordnet werden — die Ratenhöhe richtet sich nach dem einzusetzenden Einkommen oberhalb bestimmter Freibeträge.

Die Erfolgsaussichtsprüfung

Das Gericht prüft vor Bewilligung, ob die beabsichtigte Klage oder Verteidigung eine hinreichende Aussicht auf Erfolg hat — bei offensichtlich aussichtslosen Verfahren wird PKH verweigert, unabhängig von der finanziellen Bedürftigkeit.

⚠️ Häufige Fehler

1. PKH mit vollständiger Kostenfreiheit gleichsetzen: Bei Unterliegen im Verfahren müssen trotz PKH die gegnerischen Kosten getragen werden.
2. Erfolgsaussichtsprüfung unterschätzen: Auch bei finanzieller Bedürftigkeit wird PKH bei aussichtslosen Verfahren verweigert.
3. Ratenzahlungspflicht übersehen: Bei etwas höherem Einkommen kann eine Rückzahlungspflicht über mehrere Jahre entstehen.
4. Nachträgliche Überprüfung nicht bedenken: Eine Verbesserung der finanziellen Situation nach Bewilligung kann zur Rückforderung führen.
5. Antrag zu spät stellen: PKH sollte möglichst vor oder gleichzeitig mit Klageerhebung beantragt werden.

🔍 Sonderfälle

Nachträgliche Prüfung: Innerhalb von 4 Jahren nach Verfahrensende kann das Gericht die wirtschaftlichen Verhältnisse erneut prüfen und bereits gezahlte PKH zurückfordern, falls sich die Einkommenssituation verbessert hat.

Gegnerische Kosten: PKH deckt nur die eigenen Kosten — bei Unterliegen im Prozess müssen dennoch die Kosten der Gegenseite getragen werden.

🏛️ Zuständige Behörden

Zuständiges Gericht
Antragstellung Prozesskostenhilfe
📚 Rechtsgrundlagen & Quellen (Stand: 2026):
§114 ff. ZPO

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Häufige Fragen

Wer hat Anspruch auf PKH?

Einkommens- und Vermögensgrenze (ZPO §115). Kein wesentliches Vermögen. Hinreichende Erfolgsaussichten der Klage. Für alle Gerichte: Zivil, Arbeits-, Sozial-, Verwaltungsgericht.

Wie stelle ich PKH-Antrag?

Beim zuständigen Gericht auf Formular PKH-Erklärung (P17 Formular). Einkommensnachweise beifügen. Sachverhalt kurz schildern. Gericht prüft und bewilligt oder lehnt ab. Zeitgleich mit Klage möglich.

Muss ich PKH rückzahlen?

Wenn einsetzbares Einkommen vorhanden: Ratenzahlung (max. 48 Monate). Wenn später besser gestellt: Rückzahlung möglich (4 Jahre). Wenn arm geblieben: Erlass möglich. Gewonnener Prozess: Gegenpartei zahlt PKH ggf. zurück.

Was ist der Unterschied Beratungshilfe / PKH?

Beratungshilfe: Außergerichtliche Beratung beim Anwalt (15 € Eigenanteil). PKH: Gerichtliche Verfahren (kompletter Kostenersatz oder Raten). Beide ergänzen sich: Erst Beratungshilfe, dann PKH wenn Gericht nötig.

Muss ich Prozesskostenhilfe später zurückzahlen?

Das hängt von Ihrer finanziellen Situation ab — bei sehr geringem Einkommen wird PKH ohne Rückzahlungspflicht bewilligt, bei etwas höherem Einkommen kann eine Ratenzahlung über bis zu 48 Monate angeordnet werden. Zusätzlich kann das Gericht innerhalb von 4 Jahren nach Verfahrensende die wirtschaftlichen Verhältnisse erneut prüfen.