Freiberufler-Steuer-Rechner 2026
Einkommensteuer & KV
Foto: Cytonn Photography auf Unsplash
Freiberufler (u.a. Ärzte, Anwälte, Journalisten, IT-Berater mit bestimmten Tätigkeiten) zahlen anders als Gewerbetreibende keine Gewerbesteuer — nur Einkommensteuer auf den erwirtschafteten Gewinn nach dem progressiven Steuertarif, ähnlich wie Angestellte, aber ohne automatischen Lohnsteuerabzug.
Statt monatlicher Lohnsteuer zahlen Freiberufler quartalsweise Einkommensteuer-Vorauszahlungen, die sich am letzten Steuerbescheid orientieren — eine realistische Rücklagenbildung ist essenziell, um diese Zahlungen fristgerecht leisten zu können.
| Jahresgewinn | — |
| KV-Beitrag (Jahresbasis) | — |
| PV-Beitrag | — |
| Zu versteuerndes Einkommen | — |
| Einkommensteuer | — |
| Solidaritätszuschlag | — |
| Kirchensteuer | — |
| Netto nach allem | — |
| Gesamtbelastungsquote | — |
📊 Rechenbeispiel: 60.000 € Jahresgewinn · GKV · Keine Kirchensteuer
Freiberufler vs. Gewerbetreibende steuerlich
Der zentrale steuerliche Vorteil von Freiberuflern ist die Befreiung von der Gewerbesteuer, die Gewerbetreibende zusätzlich zur Einkommensteuer zahlen müssen (ab einem Freibetrag von 24.500 €). Bei gleichem Gewinn zahlen Freiberufler daher tendenziell weniger Gesamtsteuer.
Rechenbeispiel
Freiberufler mit 60.000 € Jahresgewinn: Einkommensteuer nach Grundtarif ca. 15.000-16.000 €, keine zusätzliche Gewerbesteuer. Ein vergleichbarer Gewerbetreibender müsste zusätzlich Gewerbesteuer zahlen, die aber teilweise auf die Einkommensteuer angerechnet wird.
⚠️ Häufige Fehler
🔍 Sonderfälle
Gemischte Tätigkeit: Übt jemand sowohl freiberufliche als auch gewerbliche Tätigkeiten aus, kann dies unter Umständen die gesamte Tätigkeit als gewerblich einstufen ("Abfärbetheorie") — eine klare Trennung ist wichtig.
Umsatzsteuer: Unabhängig vom Freiberufler-Status kann Umsatzsteuerpflicht bestehen, sofern nicht die Kleinunternehmerregelung greift.
🏛️ Zuständige Behörden
§18 EStG
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Häufige Fragen
Was zahlen Freiberufler an Steuern und Abgaben?
Einkommensteuer + Soli auf den Gewinn (progressiv, 14–45%). GKV-Beitrag voll (ca. 18,5% inkl. Zusatzbeitrag und PV, max. auf BBG 5.812,50 €/Mon.). Keine Gewerbesteuer. Freiwillige Rentenversicherung (empfohlen, ca. 19,6% bis BBG). Gesamtbelastung bei 60.000 € Gewinn: ca. 35–40%.
Wie viel muss ich als Freiberufler zurücklegen?
Faustregel: 30–40% des Gewinns als Steuer- und KV-Rücklage. Bei 5.000 € Monatsgewinn: 1.500–2.000 € zurücklegen. Auf ein separates Rücklagenkonto überweisen direkt nach Geldeingang. Vorauszahlungstermine im Kalender: 10. März, Juni, September, Dezember.
Müssen Freiberufler Gewerbesteuer zahlen?
Nein — Freiberufler sind von der Gewerbesteuer befreit (§18 EStG). Freiberufliche Tätigkeiten: Ärzte, Zahnärzte, Anwälte, Steuerberater, Ingenieure, Architekten, Schriftsteller, Journalisten, Musiker, Lehrer. Gewerbetreibende (Handel, Handwerk) zahlen Gewerbesteuer — aber sie können sie teilweise auf die ESt anrechnen.
Was ist der Unterschied zwischen Freiberufler und Gewerbetreibendem?
Freiberufler: Ausübung einer freien Berufs (Katalogtätigkeiten §18 EStG), kein Gewerbe, keine Gewerbesteuer, keine Gewerbeanmeldung. Gewerbetreibend: Kaufmännische Tätigkeit, Handwerk, Handel, Dienstleistungen die keine freien Berufe sind, Gewerbesteuer, Gewerbeanmeldung Pflicht. Grenzfälle (IT-Berater, Designer): oft freiberuflich, aber Prüfung empfohlen.
Woher weiß ich, ob ich als Freiberufler oder Gewerbetreibender gelte?
Das Einkommensteuergesetz listet bestimmte Katalogberufe (Ärzte, Anwälte, Steuerberater, Architekten u.a.) sowie ähnliche Tätigkeiten als grundsätzlich freiberuflich auf. Bei Unsicherheit, insbesondere bei neueren Berufsbildern wie IT-Beratung oder Online-Marketing, empfiehlt sich eine frühzeitige Klärung mit dem Finanzamt oder einem Steuerberater, da eine falsche Einstufung zu Nachzahlungen führen kann.