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📅 Aktualisiert: August 2026

Krankengeld-Rechner 2026

Höhe & Dauer berechnen

Unterlagen zur Krankengeld-Berechnung

Foto: Kelly Sikkema auf Unsplash

Krankengeld wird von der gesetzlichen Krankenkasse gezahlt, sobald die 6-wöchige Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber endet. Es beträgt 70% des Bruttoeinkommens, ist aber auf maximal 90% des Nettoeinkommens gedeckelt.

Krankengeld wird für maximal 78 Wochen innerhalb von 3 Jahren wegen derselben Erkrankung gezahlt — danach droht bei fortbestehender Arbeitsunfähigkeit der Übergang in eine Erwerbsminderungsrente oder Arbeitslosigkeit.

📋 Rechtliche Grundlage: §47 SGB V. Höhe: 70% des Bruttos, max. 90% des Nettos. Höchstdauer: 78 Wochen je Erkrankung innerhalb von 3 Jahren.
Tage

Lohnfortzahlung durch AG: erste 42 Tage. Krankengeld: ab Tag 43.

Krankengeld / Tag
Krankengeld / Monat (ca.)
Krankengeld-Tage (gesamt)
Krankengeld gesamt
Bruttogehalt
Nettogehalt
70% des Bruttos / Tag
90% des Nettos / Tag
Krankengeld / Tag (Minimum beider)
Lohnfortzahlung (AG, erste 42 Tage)
Krankengeld-Tage (ab Tag 43)
Krankengeld gesamt
Max. Bezugsdauer: 78 Wochen (546 Tage) innerhalb von 3 Jahren für dieselbe Krankheit. Danach: Bürgergeld beantragen oder Erwerbsminderungsrente prüfen. Das Krankengeld ist steuerfrei, aber Progressionsvorbehalt gilt!
🛡️ Zuletzt aktualisiert: 11. August 2026
Geprüft nach: §47 SGB V
Was der Rechner berücksichtigt: 70%-Bruttoberechnung mit 90%-Nettodeckelung, Höchstbezugsdauer
Was der Rechner nicht berücksichtigt: Beitragspflicht zur Renten-/Pflegeversicherung während Krankengeldbezug, Aussteuerung nach 78 Wochen im Detail

📊 Rechenbeispiel: 3.500 € brutto · 2.300 € netto · 60 Tage krank

Bruttogehalt
3.500 €/Mon.
Krankengeld (70% Brutto)
81,67 €/Tag
Krankengeld (90% Netto)
69,00 €/Tag
Maßgeblich
69,00 €/Tag (Minimum)
Lohnfortzahlung (42 Tage)
volle 3.500 €
Krankengeld (18 Tage ab Tag 43)
1.242 €

Die 90%-Nettodeckelung verstehen

Auch wenn 70% des Bruttos rechnerisch höher wäre, darf das Krankengeld 90% des bisherigen Nettoeinkommens nicht überschreiten — bei höheren Einkommen greift daher oft die niedrigere Nettogrenze statt der reinen 70%-Bruttoregel.

Rechenbeispiel

Bruttoeinkommen 3.500 €, Nettoeinkommen 2.300 €: 70% Brutto = 2.450 €. 90% Netto = 2.070 €. Da 2.070 € niedriger ist, wird dieser Betrag als Krankengeld gezahlt.

⚠️ Häufige Fehler

1. 70% als einzige Berechnungsgrundlage sehen: Die 90%-Nettodeckelung führt oft zu einem niedrigeren tatsächlichen Betrag als die reine 70%-Bruttoregel.
2. Beginn des Krankengeldbezugs falsch einschätzen: Krankengeld beginnt erst nach Ende der 6-wöchigen Lohnfortzahlung, nicht ab dem ersten Krankheitstag.
3. 78-Wochen-Grenze übersehen: Rechtzeitige Planung für die Zeit nach der Aussteuerung ist wichtig, um Versorgungslücken zu vermeiden.
4. Meldung bei der Arbeitsagentur vor Aussteuerung vergessen: Eine frühzeitige Meldung sichert nahtlose Anschlussansprüche.
5. Beitragspflicht während des Bezugs unterschätzen: Auch während des Krankengeldbezugs fallen weiterhin bestimmte Sozialversicherungsbeiträge an.

🔍 Sonderfälle

Beitragspflicht während Krankengeld: Auf das Krankengeld selbst werden weiterhin anteilige Beiträge zur Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung fällig, jedoch keine Krankenversicherungsbeiträge auf das Krankengeld selbst.

Aussteuerung: Nach 78 Wochen Bezug endet der Anspruch (Aussteuerung) — betroffene sollten sich rechtzeitig bei der Arbeitsagentur melden, um Ansprüche auf Arbeitslosengeld zu sichern.

🏛️ Zuständige Behörden

Krankenkasse
Krankengeld-Auszahlung
Agentur für Arbeit
Anschluss nach Aussteuerung
📚 Rechtsgrundlagen & Quellen (Stand: 2026):
§47 SGB V

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Häufige Fragen

Ab wann gibt es Krankengeld?

Krankengeld beginnt ab dem 43. Kalendertag der Erkrankung — also nach der 6-wöchigen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber. Voraussetzung: GKV-Mitgliedschaft mit Krankengeldanspruch (Pflichtversicherte haben diesen automatisch; freiwillig Versicherte müssen ggf. zuzahlen).

Wie lange kann ich Krankengeld beziehen?

Maximal 78 Wochen (546 Tage) innerhalb von 3 Jahren für dieselbe Erkrankung. Bei einer neuen, anderen Erkrankung beginnt die Frist neu. Wenn 78 Wochen ausgeschöpft sind: Bürgergeld beim Jobcenter oder Erwerbsminderungsrente bei der DRV beantragen.

Ist Krankengeld steuerpflichtig?

Krankengeld ist steuerfrei (§3 Nr.1a EStG). Allerdings gilt der Progressionsvorbehalt: Das Krankengeld wird dem steuerpflichtigen Einkommen hinzugerechnet, um den Steuersatz auf andere Einkünfte zu bestimmen. Das kann zu einer höheren Steuer auf das restliche Einkommen führen — und zur Pflicht, eine Steuererklärung abzugeben.

Was passiert wenn ich Krankengeld bekomme und nebenbei arbeite?

Nebentätigkeit während Krankengeld ist grundsätzlich verboten — Ausnahme: der Arzt bescheinigt, dass die Nebentätigkeit nicht der Genesung schadet und die Haupttätigkeit weiter nicht ausgeübt werden kann. Im Zweifelsfall: Krankenkasse fragen. Verstoß kann zur Rückforderung führen.

Wie lange erhalte ich maximal Krankengeld?

Maximal 78 Wochen innerhalb von 3 Jahren wegen derselben Erkrankung, wobei die ersten 6 Wochen üblicherweise durch die Lohnfortzahlung des Arbeitgebers abgedeckt sind. Bei einer neuen, unabhängigen Erkrankung kann erneut Anspruch auf die volle Bezugsdauer entstehen.