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📅 Aktualisiert: August 2026

Überstunden-Rechner 2026

Vergütung & Zuschläge berechnen

Überstunden am Laptop berechnen

Foto: Andrew Neel auf Unsplash

Überstunden sind Arbeitszeit über die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit hinaus — anders als weit verbreitet angenommen, besteht kein automatischer gesetzlicher Anspruch auf Vergütung oder Zuschläge, sofern der Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag nichts anderes regelt.

Viele Arbeitsverträge sehen entweder eine Auszahlung (oft mit Zuschlag von 25-50%) oder einen Freizeitausgleich (1:1 oder mit Zuschlag) vor. Ohne vertragliche Regelung gilt oft eine "Pauschalabgeltung durch das Gehalt" — dies sollte im Arbeitsvertrag genau geprüft werden.

📋 Rechtlicher Hinweis: Kein automatischer gesetzlicher Anspruch auf Überstundenvergütung — abhängig von Arbeits-/Tarifvertrag. Übliche Zuschläge: 25-50% bei Auszahlung.
Std./Woche
Stunden
Überstundenvergütung brutto
Stundenlohn (vertraglich)
Jahreswert dieser Überstunden
Überstunden-Stundensatz
Bruttogehalt / Monat
Vertragliche Wochenstunden
Monatsstunden (× 4,33)
Stundenlohn brutto
Überstunden
Zuschlag
Überstunden-Stundensatz
Vergütung gesamt (brutto)
Wichtig: Überstundenvergütung unterliegt der normalen Lohnsteuer und SV-Beiträgen — anders als steuerfreie Zuschläge für Nacht- und Feiertagsarbeit (§3b EStG). Dokumentieren Sie Ihre Überstunden stets schriftlich (E-Mail, Zeiterfassungssystem) als Nachweis.
🛡️ Zuletzt aktualisiert: 11. August 2026
Geprüft nach: Arbeitsvertragliche und tarifvertragliche Standardregelungen zu Überstunden
Was der Rechner berücksichtigt: Berechnung der Vergütung mit üblichen Zuschlagssätzen bei Auszahlung
Was der Rechner nicht berücksichtigt: Individuelle Pauschalabgeltungsklauseln (können bei zu pauschaler Formulierung unwirksam sein), tarifvertragliche Sonderregelungen

📊 Rechenbeispiel: 3.500 € brutto · 40 Std./Woche · 10 Überstunden · 25% Zuschlag

Stundenlohn
20,16 €/Std.
Überstunden
10 Stunden
Zuschlag
25%
Überstunden-Satz
25,20 €/Std.
Vergütung brutto
252,00 €
Jahreswert (12×)
3.024 €

Auszahlung vs. Freizeitausgleich

Bei Auszahlung wird die Überstunde mit dem regulären Stundenlohn plus eventuellem vertraglichem Zuschlag vergütet. Beim Freizeitausgleich wird die Überstunde durch entsprechende Freizeit kompensiert — oft im Verhältnis 1:1, manchmal mit zusätzlichem Ausgleichsfaktor bei besonders belastenden Zeiten (Nacht, Wochenende).

Rechenbeispiel

Stundenlohn 20 €, 10 Überstunden mit 25% Zuschlag: Vergütung = 10 × 20 € × 1,25 = 250 €.

⚠️ Häufige Fehler

1. Gesetzlichen Anspruch auf Überstundenvergütung annehmen: Ohne vertragliche oder tarifliche Regelung besteht dieser Anspruch nicht automatisch.
2. Pauschalabgeltungsklauseln unkritisch akzeptieren: Zu pauschal formulierte Klauseln können nach der Rechtsprechung unwirksam sein.
3. Überstunden nicht dokumentieren: Eine lückenlose eigene Aufzeichnung ist im Streitfall wichtig, um den Anspruch nachzuweisen.
4. Zuschlagssätze als gesetzlich festgelegt ansehen: Es gibt keine bundesweit einheitliche gesetzliche Zuschlagsregelung — dies ist Vertragssache.
5. Verjährung der Überstundenvergütung ignorieren: Ansprüche auf Überstundenvergütung können verjähren, meist nach 3 Jahren.

🔍 Sonderfälle

Pauschalabgeltungsklauseln: Klauseln wie "Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten" sind bei sehr pauschaler Formulierung nach der Rechtsprechung oft unwirksam — eine genaue rechtliche Prüfung im Einzelfall ist ratsam.

Führungspositionen: Leitende Angestellte fallen oft nicht unter die üblichen Überstundenregelungen des Arbeitszeitgesetzes.

🏛️ Zuständige Behörden

📚 Rechtsgrundlagen & Quellen (Stand: 2026):
Arbeitszeitgesetz (ArbZG)

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Häufige Fragen

Haben Arbeitnehmer immer Anspruch auf Überstundenvergütung?

Nein — ein gesetzlicher Anspruch auf Vergütung besteht nur wenn er vertraglich, tariflich oder per Betriebsvereinbarung geregelt ist. Fehlt eine Regelung, können Überstunden auch durch Freizeit ausgeglichen werden. Leitende Angestellte mit hohem Gehalt haben oft keinen Vergütungsanspruch (Arbeitsvertrag prüfen!).

Wie wird der Überstunden-Stundenlohn berechnet?

Stundenlohn = Bruttogehalt ÷ (Wochenstunden × 4,33). Bei 3.500 € und 40 Stunden: 3.500 ÷ (40 × 4,33) = 20,16 €/Stunde. Mit 25% Zuschlag: 20,16 × 1,25 = 25,20 €/Stunde. Der Faktor 4,33 ergibt sich aus 52 Wochen ÷ 12 Monate.

Müssen Überstunden bei Kündigung ausgezahlt werden?

Ja — sofern ein Vergütungsanspruch besteht und die Überstunden dokumentiert sind. Der Arbeitgeber kann nicht einseitig auf Auszahlung bestehen wenn Freizeit vereinbart war. Wichtig: Überstunden verjähren nach 3 Jahren (§195 BGB). Bei Arbeitszeitkonten: Überschuss muss ausgezahlt oder als Freizeit gewährt werden.

Wie viele Überstunden sind zulässig?

Das Arbeitszeitgesetz erlaubt max. 10 Stunden/Tag (normal 8 Stunden). Innerhalb von 6 Monaten muss der Durchschnitt von 8 Stunden/Tag eingehalten werden. Tarifverträge können abweichen. Für Jugendliche unter 18 Jahren: max. 8 Stunden/Tag ohne Ausnahmen. Bei Überschreitung droht dem Arbeitgeber ein Bußgeld bis 30.000 €.

Muss mein Arbeitgeber Überstunden immer bezahlen?

Nicht automatisch — ein gesetzlicher Anspruch auf Vergütung besteht nur, wenn dies im Arbeitsvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder einem Tarifvertrag geregelt ist. Fehlt eine solche Regelung, kann es je nach Umständen dennoch einen Vergütungsanspruch nach den Grundsätzen des Bürgerlichen Rechts geben — im Zweifel lohnt sich eine rechtliche Prüfung des individuellen Arbeitsvertrags.