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📅 Aktualisiert: August 2026

Nachehelicher Unterhalt Rechner 2026

Ehegattenunterhalt

Unterlagen zum nachehelichen Unterhalt

Foto: Kelly Sikkema auf Unsplash

Anders als der Trennungsunterhalt, der automatisch während der Trennungszeit besteht, erfordert nachehelicher Unterhalt (nach der Scheidung) einen der gesetzlich anerkannten Gründe — etwa Kindesbetreuung, Alter, Krankheit, oder Arbeitslosigkeit trotz Bemühungen.

Der Grundsatz der Eigenverantwortung nach der Scheidung ist heute stärker betont als früher — nachehelicher Unterhalt wird zunehmend zeitlich befristet und in der Höhe reduziert (herabgesetzt), um den Übergang in die finanzielle Eigenständigkeit zu fördern.

📋 Rechtliche Grundlage: §1569-1586b BGB. Anspruchsgründe: Kindesbetreuung (§1570), Alter (§1571), Krankheit (§1572), Erwerbslosigkeit (§1573).
€/Mon.

Nach Abzug berufsbedingter Kosten (5%), Kreditraten etc.

€/Mon.

Eigenes Einkommen — auch Teilzeit oder 0 €

€/Mon.
Ehegattenunterhalt
Einkommensdifferenz
Einkommen Pflichtiger nach Unterhalt
Selbstbehalt (1.510 €)
1.510 €/Mon.
Einkommen Unterhaltspflichtiger
Kindesunterhalt
Bereinigtes Einkommen
Einkommen Berechtigter
Einkommensdifferenz
Berechnungsmethode
Ehegattenunterhalt
Einkommen Pflichtiger nach Unterhalt
Selbstbehalt: Dem Unterhaltspflichtigen muss mindestens 1.510 €/Monat verbleiben. Kann der Unterhalt aus dem Selbstbehalt nicht gezahlt werden, entfällt der Anspruch. Nachehelicher Unterhalt muss aktiv beim Familiengericht geltend gemacht werden — er entsteht nicht automatisch.
🛡️ Zuletzt aktualisiert: 11. August 2026
Geprüft nach: §1569-1586b BGB
Was der Rechner berücksichtigt: Die wichtigsten Anspruchsgründe für nachehelichen Unterhalt
Was der Rechner nicht berücksichtigt: Individuelle Befristungs- und Herabsetzungsentscheidungen der Gerichte, konkrete Billigkeitsabwägung im Einzelfall

📊 Rechenbeispiel: 3.500 € Pflichtiger · 800 € Berechtigte · 500 € Kindesunterhalt

Bereinigtes Einkommen Pflichtiger
3.000 € (nach KU)
Einkommen Berechtigte
800 €
Differenz
2.200 €
3/7 der Differenz
942,86 €
Selbstbehalt check
3.000 − 942 = 2.058 € > 1.510 ✅
Ehegattenunterhalt
ca. 943 €/Mon.

Die wichtigsten Anspruchsgründe

Betreuungsunterhalt (§1570 BGB): bei Betreuung gemeinsamer Kinder, meist bis zum 3. Lebensjahr des Kindes garantiert, danach abhängig von den Umständen. Krankheitsunterhalt (§1572): bei gesundheitlicher Erwerbsunfähigkeit. Aufstockungsunterhalt (§1573 Abs. 2): wenn das eigene Einkommen trotz Erwerbstätigkeit nicht für einen angemessenen Lebensstandard reicht.

Befristung und Herabsetzung

Gerichte können nachehelichen Unterhalt zeitlich befristen oder der Höhe nach herabsetzen (§1578b BGB), insbesondere wenn die Ehe kürzer war oder keine gemeinsamen Kinder vorhanden sind — dies soll den eigenverantwortlichen Übergang fördern.

⚠️ Häufige Fehler

1. Automatischen Anspruch nach der Scheidung annehmen: Anders als beim Trennungsunterhalt muss einer der gesetzlichen Gründe konkret vorliegen.
2. Befristung als unüblich ansehen: Die moderne Rechtsprechung befristet nachehelichen Unterhalt zunehmend häufiger.
3. Eigenverantwortung nach der Scheidung unterschätzen: Der Grundsatz, nach der Scheidung selbst für den Unterhalt zu sorgen, wird heute stark betont.
4. Auswirkung einer neuen Partnerschaft nicht bedenken: Eine verfestigte neue Beziehung kann den bestehenden Unterhaltsanspruch gefährden.
5. Anspruchsgründe verwechseln: Betreuungs-, Krankheits- und Aufstockungsunterhalt haben unterschiedliche rechtliche Voraussetzungen.

🔍 Sonderfälle

Lange Ehedauer: Bei langjährigen Ehen (z.B. über 20 Jahre) mit klassischer Rollenverteilung wird eine Befristung seltener und vorsichtiger angewendet.

Neue Partnerschaft: Eine verfestigte neue Lebensgemeinschaft des Unterhaltsberechtigten kann zum Wegfall des Unterhaltsanspruchs führen.

🏛️ Zuständige Behörden

Familiengericht
Unterhaltsfestsetzung bei Streit
📚 Rechtsgrundlagen & Quellen (Stand: 2026):
§1569-1586b BGB

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Häufige Fragen

Wie lange wird nachehelicher Unterhalt gezahlt?

Grundsätzlich bis der Berechtigte wieder selbst für sich sorgen kann. Befristet wenn: Kurze Ehe, eigenes Einkommen möglich. Dauerhaft wenn: Kindererziehung verhindert Erwerbstätigkeit, Krankheit, hohes Alter. Seit 2008 gilt Eigenverantwortung — Gericht prüft Zumutbarkeit der Erwerbstätigkeit nach Übergangszeit.

Was ist die 3/7-Regel beim Ehegattenunterhalt?

Vereinfachte Berechnungsformel: Unterhalt = (bereinigtes Nettoeinkommen Pflichtiger − bereinigtes Nettoeinkommen Berechtigter) × 3/7. Die 3/7 ergeben sich aus der Idee: Beide zusammen haben 7 'Teile' — der Pflichtiger 4, der Berechtigte 3. Tatsächlich gibt es viele Abweichungen je nach Einzelfall.

Muss ich nach der Scheidung sofort Unterhalt zahlen?

Nein — Ehegattenunterhalt ist freiwillig oder gerichtlich festgestellt. Er wird beim Familiengericht beantragt und per Vergleich oder Urteil festgesetzt. Trennungsunterhalt (während Trennungszeit vor Scheidung) gilt automatisch ab Trennung. Erst nach rechtskräftiger Scheidung: nachehelicher Unterhalt.

Kann Ehegattenunterhalt wegfallen?

Ja — bei Wiederheirat oder neuer Lebenspartnerschaft des Berechtigten. Bei grober Unbilligkeit (kurze Ehe ohne Kinder). Bei eigenem Einkommen das den Bedarf deckt. Bei Aussteuerung (Einigung über Abfindung statt laufendem Unterhalt). Unterhaltsverzicht im Ehevertrag möglich.

Wie lange muss ich nach der Scheidung Unterhalt zahlen?

Dies hängt stark vom individuellen Anspruchsgrund und der Ehedauer ab — bei kürzeren Ehen ohne gemeinsame Kinder wird der Unterhalt oft zeitlich befristet, während bei langjährigen Ehen mit klassischer Rollenverteilung eine unbefristete Zahlung möglich bleibt. Eine pauschale Aussage ist nicht möglich, jeder Fall wird individuell vom Familiengericht bewertet.