Kirchensteuer-Rechner 2026
8% oder 9% berechnen
Foto: Kelly Sikkema auf Unsplash
Die Kirchensteuer wird von Mitgliedern der evangelischen und katholischen Kirche (sowie einiger weiterer Religionsgemeinschaften) zusätzlich zur Lohnsteuer erhoben. Sie beträgt 9% der Lohnsteuer in den meisten Bundesländern, in Bayern und Baden-Württemberg nur 8%.
Die Kirchensteuer wird automatisch vom Arbeitgeber einbehalten, basierend auf der bei der Meldebehörde hinterlegten Konfession. Sie mindert als Sonderausgabe die Einkommensteuer und kann bei der Steuererklärung vollständig abgesetzt werden.
Oder berechnen Sie zuerst Ihre Einkommensteuer mit dem ESt-Rechner.
| Einkommensteuer / Jahr | — |
| Kirchensteuersatz | — |
| Kirchensteuer / Jahr | — |
| Kirchensteuer / Monat | — |
| Austrittskosten (ca.) | 30–60 € |
| Amortisation bei 45 € Gebühr | — |
📊 Rechenbeispiel: 8.000 € Lohnsteuer/Jahr · 9% Kirchensteuer
Wie die Kirchensteuer berechnet wird
Bemessungsgrundlage ist nicht das Bruttogehalt, sondern die bereits berechnete Lohnsteuer. Bei 500 € Lohnsteuer und 9% Kirchensteuersatz ergeben sich 45 € Kirchensteuer monatlich. Als Sonderausgabe mindert dieser Betrag wiederum das zu versteuernde Einkommen bei der Jahressteuererklärung.
Kirchensteuer bei Kapitalerträgen
Auch auf Kapitalerträge (Zinsen, Dividenden) wird automatisch Kirchensteuer einbehalten, sofern die Konfession bei der Bank über das BZSt-Verfahren gemeldet ist — dies geschieht seit 2015 automatisch, kann aber durch einen Sperrvermerk beim Bundeszentralamt für Steuern verhindert werden.
⚠️ Häufige Fehler
🔍 Sonderfälle
Konfessionslos aber Ehepartner Kirchenmitglied: Bei der Zusammenveranlagung kann in bestimmten Fällen "besonderes Kirchgeld" anfallen, auch wenn ein Partner konfessionslos ist.
Kirchensteuer-Kappung: In einigen Bistümern wird die Kirchensteuer bei sehr hohem Einkommen auf einen bestimmten Prozentsatz des Einkommens gedeckelt (Kappungsgrenze).
🏛️ Zuständige Behörden
§51a EStG – Bemessungsgrundlage Kirchensteuer
🔗 Verwandte Rechner
Häufige Fragen
Wie viel Kirchensteuer zahle ich?
Kirchensteuer = Lohnsteuer/Einkommensteuer × 8% oder 9%. Bei 10.000 € Jahres-Einkommensteuer und 9% Kirchensteuer: 900 €/Jahr = 75 €/Monat. Die Kirchensteuer mindert die Einkommensteuer teilweise: Sie ist als Sonderausgabe absetzbar (§10 Abs.1 Nr.4 EStG), was die Nettolast auf ca. 50–70% des Brutto-Kirchensteuerbetrags senkt.
Kann ich Kirchensteuer von der Steuer absetzen?
Ja — als Sonderausgabe (§10 Abs.1 Nr.4 EStG) bis zu einem nicht festgelegten Betrag (kein Höchstbetrag). Effekt: Kirchensteuer senkt das zu versteuernde Einkommen → weniger Einkommensteuer. Bei 900 € KiSt und 35% Grenzsteuersatz: 900 × 35% = 315 € Steuerersparnis. Nettobelastung: 900 − 315 = 585 €/Jahr.
Wie trete ich aus der Kirche aus?
Persönlich beim Standesamt oder Amtsgericht (je nach Bundesland). Erforderlich: Personalausweis, Gebühr ca. 30–60 €. Wirksamkeit: Ende des Monats der Erklärung. Online möglich in: Bayern, Hamburg, Thüringen und einigen weiteren Ländern (kirchenaustritt.de). Ab dem Wirksamkeitstag keine Kirchensteuer mehr.
Was ändert sich beim Kirchenaustritt sonst noch?
Keine kirchliche Bestattung, Trauung oder Taufe mehr als kirchliches Mitglied. Keine Anstellung in kirchlichen Einrichtungen (Kirche, Caritas, Diakonie) möglich — viele dieser Jobs setzen Kirchenmitgliedschaft voraus. Kein Stimmrecht bei kirchlichen Wahlen. Rückeintritt jederzeit möglich (dann wieder steuerpflichtig).
Wie lange nach dem Kirchenaustritt zahle ich noch Kirchensteuer?
Die Kirchensteuerpflicht endet in der Regel zum Ende des Monats, in dem der Austritt beim Standesamt oder Amtsgericht erklärt wurde — je nach Bundesland kann eine kurze Nachwirkungsfrist von einem Monat gelten.