Mahnbescheid-Rechner 2026
Kosten & Ablauf
Foto: Kelly Sikkema auf Unsplash
Das gerichtliche Mahnverfahren ist ein vereinfachtes, kostengünstiges Verfahren zur Durchsetzung unbestrittener Geldforderungen — ohne mündliche Verhandlung kann so relativ schnell ein vollstreckbarer Titel erwirkt werden, sofern der Schuldner nicht fristgerecht widerspricht.
Die Kosten für einen Mahnbescheid sind deutlich niedriger als bei einer regulären Klage und richten sich nach dem Streitwert der Forderung — bei Widerspruch des Schuldners geht das Verfahren in ein reguläres Klageverfahren über.
| Forderung | — |
| Gerichtskosten Mahnbescheid | — |
| Gerichtskosten Vollstreckungsb. | — |
| Verzugszinsen/Jahr (9% über Basiszins) | — |
| Gesamtaufwand (ca.) | — |
📊 Rechenbeispiel: Forderung 2.000 €
Ablauf des Mahnverfahrens
Nach Antragstellung beim zuständigen Mahngericht wird der Mahnbescheid dem Schuldner zugestellt. Widerspricht dieser nicht innerhalb von 2 Wochen, kann ein Vollstreckungsbescheid beantragt werden, der einem rechtskräftigen Urteil gleichkommt. Bei Widerspruch geht das Verfahren ins reguläre Klageverfahren über.
Rechenbeispiel
Forderung 2.000 €: Die Gerichtskosten für den Mahnbescheid richten sich nach der GKG-Gebührentabelle für diesen Streitwert und liegen deutlich unter den Kosten eines vollständigen Klageverfahrens.
⚠️ Häufige Fehler
🔍 Sonderfälle
Unstrittige Forderungen: Das Mahnverfahren eignet sich besonders für Forderungen, bei denen keine inhaltliche Streitigkeit erwartet wird (z.B. unbezahlte Rechnungen).
Übergang ins Klageverfahren: Bei Widerspruch entstehen zusätzliche Kosten für das dann folgende reguläre Gerichtsverfahren.
🏛️ Zuständige Behörden
§§688 ff. ZPO
🔗 Verwandte Rechner
Häufige Fragen
Was kostet ein Mahnbescheid?
Gerichtskosten: 0,5 Gerichtskosten-Gebühr nach GKG. Bis 500 €: 36 €. Bis 1.000 €: 55 €. Bis 3.000 €: 81 €. Bis 5.000 €: 109 €. Vollstreckungsbescheid: Nochmal die gleiche Gebühr. Bei Erfolg trägt der Schuldner alle Kosten.
Wie beantrage ich einen Mahnbescheid?
Online: online-mahnantrag.de (alle Bundesländer, günstig). Formular: Beim zuständigen Mahngericht einreichen. Kein Anwalt nötig (aber empfohlen bei komplexen Fällen). Voraussetzungen: Forderung muss bezifferbar und unstreitig sein (keine verspätete Lieferung o.ä.).
Was passiert bei Widerspruch?
Schuldner hat 2 Wochen Widerspruchsfrist. Mit Widerspruch: Verfahren geht ins Klageverfahren über (Anwalt dann sinnvoll). Ohne Widerspruch: Glaubiger beantragt Vollstreckungsbescheid. Mit Vollstreckungsbescheid: Zwangsvollstreckung möglich (Konto pändung etc.).
Wann lohnt sich Mahnbescheid?
Unstreitige Forderungen, Schuldner ignoriert Mahnungen, kein Insolvenzverfahren. Nicht geeignet für: Bestrittene Forderungen (Widerspruch folgt), Insolvente Schuldner. Tipp: Zunächst schriftlich mahnen (2×), dann Mahnbescheid.
Was passiert, wenn ich einem Mahnbescheid widerspreche?
Bei fristgerechtem Widerspruch (innerhalb von 2 Wochen nach Zustellung) geht das Verfahren automatisch in ein reguläres, streitiges Gerichtsverfahren über, in dem beide Seiten ihre Position darlegen und Beweise vorbringen können. Der ursprüngliche Antragsteller muss dann aktiv die Durchführung des Klageverfahrens beantragen, andernfalls verläuft die Sache im Sande.