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📅 Aktualisiert: August 2026

Inkasso-Kosten-Rechner 2026

Forderungseinzug

Unterlagen zu Inkassoforderungen

Foto: Kelly Sikkema auf Unsplash

Bei Zahlungsverzug können Gläubiger ein Inkassounternehmen beauftragen, das zusätzlich zur ursprünglichen Forderung Inkassokosten geltend macht — diese sind jedoch gesetzlich gedeckelt und dürfen die Kosten eines vergleichbaren Rechtsanwalts nicht übersteigen.

Bei einfachen, unstrittigen Forderungen sind die zulässigen Inkassokosten seit einer Gesetzesreform besonders begrenzt, um überzogene Gebührenforderungen bei Bagatellfällen zu verhindern.

📋 Rechtliche Grundlage: §13e RDG, RVG (analog). Inkassokosten gedeckelt auf Höhe vergleichbarer Anwaltskosten, bei einfachen Forderungen zusätzlich begrenzt.
Monate
Forderung
Inkassogebühren (max.)
Verzugszinsen
Gesamt Forderung
Hauptforderung
Inkassogebühren (1,3 RVG)
Auslagen (Pauschale)20 €
Verzugszinsen (9%)
Gesamt
Schuldner-Tipp: Überprüfen Sie Inkassoforderungen! Häufig werden unzulässige Gebühren berechnet. Nur Gebühren nach RVG-Höhe sind erstattungsfähig. Im Zweifel: Verbraucherzentrale kontaktieren.
🛡️ Zuletzt aktualisiert: 11. August 2026
Geprüft nach: §13e RDG
Was der Rechner berücksichtigt: Grundprinzip der Kostendeckelung bei Inkassoforderungen
Was der Rechner nicht berücksichtigt: Exakte Gebührenberechnung im Einzelfall, Sonderregelungen bei besonders komplexen Forderungen

📊 Rechenbeispiel: 1.500 € Forderung · 3 Monate Verzug

Hauptforderung
1.500 €
Inkassogebühr (1,3 RVG)
ca. 156 €
Auslagen
20 €
Verzugszins (9%, 3 Mon.)
ca. 34 €
Gesamt
ca. 1.710 €
Tipp
Inkasso prüfen lassen!

Wann Inkassokosten berechtigt sind

Grundsätzlich muss der Schuldner in Verzug sein (meist nach erfolgloser Mahnung), bevor berechtigterweise Inkassokosten anfallen können. Diese Kosten sind der Höhe nach an die Kosten eines vergleichbaren Rechtsanwalts gekoppelt und dürfen diese nicht übersteigen.

Prüfung der Rechtmäßigkeit

Bei überhöhten oder unberechtigten Inkassoforderungen können Schuldner die Rechtmäßigkeit prüfen lassen — im Zweifel empfiehlt sich rechtliche Beratung, insbesondere bei besonders hohen oder unklar begründeten Zusatzforderungen.

⚠️ Häufige Fehler

1. Inkassoforderungen ungeprüft zahlen: Eine Überprüfung der Rechtmäßigkeit und Höhe kann bei überzogenen Forderungen sinnvoll sein.
2. Verzug-Voraussetzung nicht prüfen: Ohne vorherigen wirksamen Verzug können Inkassokosten grundsätzlich nicht berechtigt geltend gemacht werden.
3. Kostendeckelung nicht kennen: Inkassokosten sind gesetzlich an vergleichbare Anwaltskosten gekoppelt und dürfen diese nicht übersteigen.
4. Bei Unsicherheit keine rechtliche Beratung einholen: Besonders bei hohen oder unklaren Forderungen kann fachkundiger Rat wichtig sein.
5. Ursprüngliche Forderung und Inkassokosten vermischen: Eine klare Trennung beider Positionen ist für die Prüfung der Rechtmäßigkeit wichtig.

🔍 Sonderfälle

Bagatellforderungen: Bei kleinen, unstrittigen Forderungen gelten seit einer Reform besonders niedrige Höchstgrenzen für Inkassokosten.

Unberechtigte Inkassoforderungen: Bei erkennbar überzogenen oder unbegründeten Forderungen kann eine Zahlung verweigert und rechtlicher Rat eingeholt werden.

🏛️ Zuständige Behörden

Verbraucherzentrale
Prüfung von Inkassoforderungen
📚 Rechtsgrundlagen & Quellen (Stand: 2026):
§13e RDG

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Häufige Fragen

Was darf Inkasso verlangen?

Seit RDG 2024: Max. 1,3-fache Geschäftsgebühr nach RVG. Bei 1.000 €: ca. 114 €. Bei 5.000 €: ca. 394 €. Plus Auslagen (max. 20 €) und Verzugszinsen. Darüber hinausgehende Kosten: Nicht erstattungsfähig!

Muss ich Inkasso-Forderungen bezahlen?

Hauptforderung: Ja (wenn berechtigt). Inkassogebühren: Nur in gesetzlicher Höhe. Überhöhte Gebühren: Nicht zahlen (nur Vorbehalt). Verjährung prüfen! Schuldnerberatung / Verbraucherzentrale einschalten.

Was tun bei Inkasso-Schreiben?

1. Forderung prüfen (berechtigt?). 2. Verjährung prüfen. 3. Höhe der Gebühren prüfen. 4. Im Zweifel: Verbraucherzentrale (kostenlose Beratung). 5. Nicht ignorieren: Mahnbescheid und Vollstreckung drohen.

Verjährt durch Inkasso-Schreiben?

Nein! Inkasso-Schreiben hemmt Verjährung NICHT. Nur: Anerkenntnis durch Schuldner, Mahnbescheid, Klage. Durch Inkasso-Brief die Forderung als berechtigt bestätigen: Neubeginn der Verjährung möglich. Vorsicht bei Antwortschreiben!

Muss ich jede Inkassoforderung bezahlen, die ich erhalte?

Nicht ungeprüft — bevor Sie zahlen, sollten Sie prüfen, ob die zugrundeliegende Hauptforderung tatsächlich berechtigt ist und ob die geforderten Inkassokosten der gesetzlichen Deckelung entsprechen. Bei Zweifeln oder erkennbar überzogenen Forderungen kann eine Beratung bei der Verbraucherzentrale oder einem Rechtsanwalt sinnvoll sein, bevor eine Zahlung erfolgt.