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📅 Aktualisiert: August 2026

Gerichtskosten-Rechner 2026

Klage & Streitwert

Unterlagen zur Berechnung der Gerichtskosten

Foto: Kelly Sikkema auf Unsplash

Die Gerichtskosten für ein Zivilverfahren richten sich nach dem Streitwert und sind im Gerichtskostengesetz (GKG) in Gebührentabellen mit Wertstufen festgelegt — je höher der Streitwert, desto höher die anfallenden Gebühren, allerdings nicht proportional linear, sondern degressiv gestaffelt.

Die Gerichtskosten müssen zunächst vom Kläger vorgeschossen werden, werden aber bei Obsiegen des Klägers grundsätzlich vom unterlegenen Beklagten erstattet — bei teilweisem Obsiegen erfolgt eine anteilige Kostenverteilung.

📋 Rechtliche Grundlage: Gerichtskostengesetz (GKG). Gebühren gestaffelt nach Streitwert-Wertstufen (Kostenverzeichnis Anlage 1 GKG).
Gerichtskosten
Gesamtkosten (inkl. Anwalt)
1 Gebührensatz
Anzahl Gebühren
Streitwert
1 Gebührensatz (GKG)
Anzahl Gebühren
Gerichtskosten
Anwalt Kläger (ca.)
Anwalt Beklagter (ca.)
Gesamtkosten Verlierer
🛡️ Zuletzt aktualisiert: 11. August 2026
Geprüft nach: GKG, Kostenverzeichnis (Anlage 1 GKG)
Was der Rechner berücksichtigt: Grundprinzip der streitwertbasierten Gebührenberechnung nach GKG
Was der Rechner nicht berücksichtigt: Exakte Gebührensätze für spezifische Verfahrensarten, zusätzliche Kosten bei mehreren Instanzen im Detail

📊 Rechenbeispiel: 5.000 € Streitwert · Urteil

1 Gebührensatz
178 €
3 Gebühren Gericht
534 €
Anwalt Kläger
ca. 490 €
Anwalt Bekl.
ca. 490 €
Gesamtkosten Verlierer
ca. 1.514 €
Vergleich
spart ca. 180 €

Wie sich die Gerichtskosten zusammensetzen

Für ein Verfahren erster Instanz fällt üblicherweise das 3-fache der einfachen Gebühr an (bei durchgeführter mündlicher Verhandlung und Urteil). Bei vorzeitiger Beendigung (z.B. Vergleich, Klagerücknahme) können sich die Kosten reduzieren.

Rechenbeispiel

Streitwert 5.000 €: Nach GKG-Tabelle ergibt sich eine bestimmte Gebührenstufe, multipliziert mit dem Gebührensatz für das durchgeführte Verfahren — konkrete Beträge sollten anhand der aktuellen GKG-Tabelle ermittelt werden.

⚠️ Häufige Fehler

1. Streitwert falsch einschätzen: Der Streitwert bestimmt maßgeblich die Höhe der Gerichtskosten und sollte realistisch beziffert werden.
2. Kostenerstattung bei Obsiegen als automatisch garantiert ansehen: Bei nur teilweisem Obsiegen erfolgt eine anteilige Kostenverteilung.
3. Prozesskostenhilfe bei geringem Einkommen nicht prüfen: Diese kann die Gerichtskosten bei Bedürftigkeit ganz oder teilweise übernehmen.
4. Kostenvorschusspflicht des Klägers übersehen: Die Gerichtskosten müssen zunächst vom Kläger vorgestreckt werden, unabhängig vom späteren Verfahrensausgang.
5. Zusätzliche Kosten bei mehreren Instanzen unterschätzen: Ein Berufungsverfahren verursacht zusätzliche, oft höhere Gerichtskosten.

🔍 Sonderfälle

Vergleich statt Urteil: Bei einer gütlichen Einigung während des Verfahrens reduzieren sich die Gerichtskosten oft gegenüber einem vollständigen Urteil.

Prozesskostenhilfe: Bei geringem Einkommen kann eine staatliche Übernahme der Gerichtskosten über Prozesskostenhilfe beantragt werden.

🏛️ Zuständige Behörden

Zuständiges Gericht
Kostenfestsetzung
📚 Rechtsgrundlagen & Quellen (Stand: 2026):
Gerichtskostengesetz (GKG)

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Häufige Fragen

Was kostet eine Klage?

Streitwert 1.000 €: ca. 350 € Gesamt. 5.000 €: ca. 1.500 €. 10.000 €: ca. 2.500 €. 50.000 €: ca. 8.000 €. Verlierer trägt alles. Bei Einigung: Deutlich günstiger.

Wer muss Anwalt nehmen?

Landgericht und höher: Anwaltspflicht für beide Parteien. Amtsgericht: Keine Anwaltspflicht (aber empfohlen). Arbeitsgericht: 1. Instanz ohne Anwalt möglich.

Was ist Prozesskostenhilfe?

Bei geringem Einkommen: Staat übernimmt Kosten (PKH). Voraussetzung: Hinreichende Erfolgsaussichten, wirtschaftliche Bedürftigkeit. Antrag beim Gericht. Rückzahlung wenn finanziell besser gestellt. Beigeordneter Anwalt möglich.

Lohnt sich Klage finanziell?

Nur wenn Schuldner zahlungsfähig ist. Pyrrhussieg: Gewonnen aber Schuldner ist insolvent = Kosten bleiben. Vorher prüfen: Bonität, Vermögen des Schuldners. Bei Kleinbeträgen: Mahnbescheid oder Inkasso besser.

Muss ich die Gerichtskosten auch bezahlen, wenn ich den Prozess gewinne?

Zunächst müssen Sie als Kläger die Gerichtskosten vorschießen, unabhängig vom späteren Ausgang des Verfahrens. Bei vollständigem Obsiegen wird Ihnen der unterlegene Beklagte diese Kosten jedoch grundsätzlich erstatten müssen — bei teilweisem Obsiegen erfolgt eine anteilige Kostenverteilung entsprechend dem Verfahrensausgang.