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Abfindung berechnen – Anspruch, Steuer und Faustregel

Faustregel 0,5 Monatsgehälter, Fünftelregelung und Sozialplan erklärt

📅 Aktualisiert: Juni 2026

Eine Abfindung ist eine einmalige Zahlung des Arbeitgebers bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Sie ist nicht automatisch gesetzlich vorgeschrieben, wird aber häufig im Rahmen von Kündigungsschutzverfahren oder Aufhebungsverträgen vereinbart.

Wann hat man Anspruch auf Abfindung?

Die Faustregel für die Abfindungshöhe

Es gibt keine gesetzlich festgelegte Abfindungshöhe. Die häufigste Faustregel lautet:

0,5 × Monatsgehalt × Beschäftigungsjahre

Beispiel: 8 Jahre im Betrieb, Monatsgehalt 3.000 EUR brutto.
Abfindung: 0,5 × 3.000 × 8 = 12.000 EUR
Bei langer Betriebszugehörigkeit oder starker Verhandlungsposition: Auch 1,0 oder 1,5 Monatsgehälter möglich.

Wie wird die Abfindung versteuert?

Abfindungen sind voll steuerpflichtig — aber es gibt die begünstigte Fünftelregelung (§34 EStG):

Die Abfindung wird so versteuert, als wäre sie auf 5 Jahre verteilt. Das senkt den effektiven Steuersatz erheblich, da weniger Steuerprogression greift.

Die Fünftelregelung wird automatisch vom Arbeitgeber bei der Lohnabrechnung angewendet — aber man kann sie auch in der Steuererklärung geltend machen.

Sperrzeit beim Arbeitslosengeld nach Abfindung

Wichtig: Wer durch Aufhebungsvertrag ausscheidet, riskiert eine Sperrzeit von 12 Wochen beim Arbeitslosengeld. In dieser Zeit zahlt die Agentur für Arbeit nichts. Ausnahmen: Wenn die Kündigung drohte und der Aufhebungsvertrag diese vermieden hat.

Abfindung und Altersvorsorge

Eine Abfindung kann in die betriebliche Altersvorsorge eingezahlt werden — steuerbegünstigt. Oder in ein Depot investiert werden. Wichtig: Nicht vorschnell ausgeben, sondern steueroptimiert planen (Steuerberater empfohlen).

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Häufige Fragen

Ist eine Abfindung immer gesetzlich?

Nein. Es gibt keinen automatischen gesetzlichen Abfindungsanspruch in Deutschland. Abfindungen entstehen durch Verhandlung, Sozialplan, Aufhebungsvertrag oder §1a KSchG.

Wie viel Steuer zahlt man auf eine Abfindung?

Die Fünftelregelung hilft: Die Abfindung wird steuerlich so behandelt als wäre sie über 5 Jahre verteilt. Trotzdem hängt der Steuersatz vom Gesamteinkommen ab. Bei 12.000 EUR Abfindung und 30.000 EUR Jahresgehalt: ca. 2.500-3.500 EUR Steuer.

Bekomme ich Arbeitslosengeld nach einer Abfindung?

Ja, Abfindungen sperren nicht das ALG I. Aber: Wenn man durch Aufhebungsvertrag ausscheidet, gilt oft 12 Wochen Sperrzeit. Die Abfindung selbst wird nicht auf das ALG angerechnet.

Was ist ein fairer Abfindungsbetrag?

Faustregel: 0,5 Monatsgehälter pro Beschäftigungsjahr. Bei langer Betriebszugehörigkeit, Schwerbehinderung, Alter oder schlechter Wiedereinstellungschance ist mehr drin. Arbeitsrecht-Anwalt kostenloser Erstberatung nutzen.