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📅 Aktualisiert: August 2026

Dienstwagen-Rechner 2026

1%-Regel vs. Fahrtenbuch

Dienstwagen zur Berechnung des geldwerten Vorteils

Foto: Coleman Glover auf Unsplash

Wer einen Dienstwagen auch privat nutzen darf, muss diesen Vorteil versteuern — entweder pauschal über die 1%-Regel (1% des Bruttolistenpreises monatlich, zzgl. 0,03% pro Entfernungskilometer für Fahrten zur Arbeit) oder über ein detailliertes Fahrtenbuch mit tatsächlichen Kosten.

Für Elektrofahrzeuge gilt eine deutlich vergünstigte Regelung: nur 0,25% (bei Kaufpreis unter 70.000 €) oder 0,5% (darüber) statt der vollen 1% — ein erheblicher steuerlicher Anreiz für E-Dienstwagen.

📋 Rechtliche Grundlage: §8 Abs. 2 EStG (1%-Regel), §6 Abs. 1 Nr. 4 EStG. E-Auto-Vergünstigung: 0,25% (bis 70.000 €) bzw. 0,5% (darüber) statt 1%.
km
€/Mon.
Geldwerter Vorteil / Mon.
Mehrsteuer / Mon.
Netto-Kosten Dienstwagen
Effektiver Monatsbetrag
Wert den DW für Sie hat
Bruttolistenpreis
Regelung
GvV Privatnutzung (1%/0,5%/0,25%)
GvV Fahrten Wohnung–Arbeit
Geldwerter Vorteil gesamt
Steuer auf GvV (ca.)
Netto-Kosten für Sie
Elektroauto-Vorteil: Bei einem Tesla Model 3 (Listenpreis 42.000 €) beträgt der GvV nur 0,25% × 42.000 = 105 €/Monat (statt 420 € bei Verbrenner). Das spart dem Arbeitnehmer ca. 80–100 €/Monat netto!
🛡️ Zuletzt aktualisiert: 11. August 2026
Geprüft nach: §8 Abs. 2 EStG, §6 Abs. 1 Nr. 4 EStG
Was der Rechner berücksichtigt: 1%-Regel mit Arbeitsweg-Zuschlag, E-Auto-Vergünstigung (0,25%/0,5%)
Was der Rechner nicht berücksichtigt: Fahrtenbuchmethode im Detail (erfordert lückenlose Dokumentation aller Fahrten), Familienheimfahrten bei doppelter Haushaltsführung

📊 Rechenbeispiel: Verbrenner 40.000 € · 20 km Arbeitsweg · STK I

Listenpreis
40.000 €
Privatnutzung (1%)
400 €/Mon.
Fahrten Wohnung–Arbeit
40.000 × 0,03% × 20 = 240 €
GvV gesamt
640 €/Mon.
Steuer darauf (ca. 35%)
224 €/Mon.
Netto-Kosten Dienstwagen
224 €/Mon.

1%-Regel vs. Fahrtenbuch

Die 1%-Regel ist einfach anzuwenden, kann aber bei geringer Privatnutzung ungünstig sein. Ein ordnungsgemäß geführtes Fahrtenbuch (lückenlos, zeitnah) ermöglicht eine genauere, oft günstigere Versteuerung nach dem tatsächlichen Privatnutzungsanteil — erfordert aber deutlich mehr Dokumentationsaufwand.

Rechenbeispiel

Bruttolistenpreis 45.000 €, 20 km einfacher Arbeitsweg: 1%-Regel: 450 €/Monat + (0,03% × 45.000 × 20 km) = 450 € + 270 € = 720 € geldwerter Vorteil monatlich, der auf das zu versteuernde Einkommen aufgeschlagen wird.

Gleiches E-Auto (unter 70.000 €): Nur 0,25% = 112,50 €/Monat plus reduzierter Arbeitsweg-Zuschlag — deutlich günstiger.

⚠️ Häufige Fehler

1. Bruttolistenpreis mit tatsächlichem Kaufpreis verwechseln: Für die 1%-Regel zählt immer der ursprüngliche Bruttolistenpreis inkl. Sonderausstattung, nicht ein eventuell ausgehandelter Rabatt.
2. Fahrtenbuch nicht lückenlos führen: Ein unvollständiges Fahrtenbuch wird vom Finanzamt oft verworfen, wodurch automatisch die 1%-Regel greift.
3. E-Auto-Vergünstigung nicht nutzen: Bei Elektrofahrzeugen ist die reduzierte Besteuerung oft deutlich günstiger als bei Verbrennern.
4. Arbeitsweg-Zuschlag vergessen: Die 0,03%-Pauschale für Fahrten zur Arbeit wird oft bei der überschlägigen Berechnung übersehen.
5. Homeoffice-Tage bei der 0,03%-Regel nicht optimieren: Bei vielen Homeoffice-Tagen kann die Einzelbewertung pro Fahrt günstiger sein als die pauschale Monatsregelung.

🔍 Sonderfälle

Homeoffice-Tage: An Tagen im Homeoffice kann statt der 0,03%-Pauschale eine Einzelbewertung mit 0,002% pro tatsächlicher Fahrt günstiger sein.

Gebrauchtwagen als Dienstwagen: Auch hier gilt der ursprüngliche Bruttolistenpreis (nicht der aktuelle Marktwert) als Berechnungsgrundlage.

🏛️ Zuständige Behörden

Finanzamt
Versteuerung des geldwerten Vorteils
ELSTER →
📚 Rechtsgrundlagen & Quellen (Stand: 2026):
§8 Abs. 2 EStG

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Häufige Fragen

Was ist die 1%-Regel beim Dienstwagen?

Der geldwerte Vorteil für die Privatnutzung beträgt monatlich 1% des Bruttolistenpreises (inkl. MwSt und Sonderausstattung). Dazu: 0,03% des Listenpreises × Entfernungskilometer zur Arbeit monatlich. Dieser Betrag wird dem Gehalt hinzugerechnet und normal versteuert. Kein Einzelnachweis erforderlich.

Wann lohnt sich das Fahrtenbuch?

Das Fahrtenbuch lohnt sich wenn der Privatanteil unter ca. 25–30% liegt. Formel: Tatsächliche Privatkosten < GvV nach 1%-Regel. Nachteil: Aufwändige Führung — jede Fahrt mit Datum, Ziel, Zweck und km-Stand eintragen. Lücken führen zur Verwerfung durch das Finanzamt → dann gilt die 1%-Regel.

Wie wird der Dienstwagen bei Elektro besteuert?

Reine Elektroautos bis 70.000 € Listenpreis: 0,25% statt 1%. Über 70.000 €: 0,5%. Plug-in-Hybride mit mind. 60 km elektrischer Reichweite: 0,5%. Regelung gilt bis Ende 2030. Beispiel: Tesla Model 3 (42.000 €): 0,25% × 42.000 = 105 €/Mon. GvV statt 420 € → Ersparnis ca. 80–100 € netto/Monat.

Kann ich als Arbeitnehmer die Entfernungspauschale trotz Dienstwagen nutzen?

Nein — wenn der Dienstwagen für Fahrten Wohnung–Arbeit genutzt wird, entfällt die Pendlerpauschale. Der geldwerte Vorteil für Fahrten Wohnung–Arbeit (0,03%/km/Monat) ersetzt die Pendlerpauschale. Allerdings: Wer den Dienstwagen nicht für Fahrten zur Arbeit nutzt und mit öffentlichen Verkehrsmitteln pendelt, kann beides kombinieren.

Lohnt sich ein Elektro-Dienstwagen steuerlich?

Ja, deutlich — durch die reduzierte Bemessungsgrundlage von nur 0,25% (statt 1%) bei Kaufpreisen unter 70.000 Euro ergibt sich ein erheblicher steuerlicher Vorteil gegenüber einem vergleichbaren Verbrenner-Dienstwagen, was E-Dienstwagen für viele Arbeitnehmer finanziell sehr attraktiv macht.